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Sonntag, 14. April 2019
„Chronologie einer beschränkten Einschränkung“. Lesung und Gespräch zur ‚Redefluss-Störung‘ Stottern

Im Zentrum des Bildes bilden verschiedenfarbige, unterschiedlich große Buchstaben mit verschiedenartigen Hintergründen die Wörter "Politisches Thema". Darüber, im oberen Teil der Collage steht das Wort "Stottern", daneben fragmentiert die Wörter "Irrtümer", "Therapieren", "Studieren" und "Logopädie". Im unteren Teil des Bildes stehen die fragmentierten Wörter "Ziel", "Selbsthilfe", "Ausbildung" und ein arabischer Schriftzug. Den Hintergrund der Collage bilden drei Querstreifen aus den Farben Gelb (oben), Schwarz (im Zentrum), Rot (unten).

Der amerikanische Patholinguist Oliver Bloodstein hat Stottern einmal als den „großen weißen Wal der Sprechstörungen“ bezeichnet. Mysteriös und nicht zu fassen erscheint es bis heute, denn zu seinen Ursachen gibt es zwar gut begründete wissenschaftliche Annahmen, aber noch keine Gewissheiten. Stotternde Menschen sind ungeachtet dessen regelmäßig mit Vorurteilen konfrontiert, die ihre Redeunflüssigkeit auf mangelnde Intelligenz oder psychische Probleme zurückführen. Die Auseinandersetzung mit beidem, mit der Redeunflüssigkeit selbst wie mit der Stigmatisierung, prägt ihr Leben.

Vom Stottern literarisch zu erzählen, das bietet vor diesem Hintergrund die Möglichkeit, etwas vom Denken, vom Fühlen, vom Hier und Jetzt im Leben eines stotternden Menschen nachvollziehbar werden zu lassen.

Filippo Smerilli, Literaturwissenschaftler, Autor, selbst stotternder Mensch und Mitarbeiter der Beratungsstelle SPRECHRAUM wird aus einem eigenen literarischen Text über Erfahrungen mit dem Stottern lesen und anschließend ein Gespräch über Stottern und den Umgang damit moderieren..

Die Veranstaltung ist kostenfrei und offen für betroffene ebenso wie für alle interessierten nicht-betroffenen Menschen.

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Ort: Amerika-Gedenkbibliothek, Blücherplatz 1, 10961 Berlin
Die Veranstaltung ist kostenfrei.